Beschreibung
Sukis Oma ist ihre Lieblingsoma. Aber Gespräche werden anstrengender, Missverständnisse häufen sich – und in Omas Kopf tobt ein Lärm, den sonst niemand hört.
Omas Ohren können nicht hören erzählt von Hörverlust im Familienalltag, aus der Sicht eines Kindes. Johanna Trunte schreibt ohne Sentimentalität, dafür mit Details, die hängen bleiben: Der Tinnitus klingt wie eine Baustelle im Kopf. Lippenlesen macht so müde wie ein sehr dickes Buch voller schwieriger Wörter. Und das Cochlea-Implantat ist kein Wunder, sondern eine Möglichkeit. Es zaubert das Hören nicht zurück, es lässt es neu beginnen – Ton für Ton.
Hilde Biedermann gibt dem Unsichtbaren Farbe und Form: dem Lärm im Kopf, der Erschöpfung, der Wärme, die trotzdem bleibt. Ihr Handlettering macht Geräusche sichtbar – „Piiiiep“, „Bsss bsss“, „HUP HUP“. Ein Buch über Hörverlust, in dem man Töne sehen kann.
Der ausklappbare Wissensteil beantwortet die Fragen, die beim Vorlesen garantiert kommen: Was bedeutet schwerhörig, taub, spätertaubt? Warum erfindet das Gehirn Töne? Wie funktionieren Hörgerät und Cochlea-Implantat? Und wie sprechen wir gut miteinander, egal wie wir hören? Kindgerecht formuliert, fachlich geprüft von PD Dr. Luise Wagner (Universitätsmedizin Halle, Hör- und Implantat-Zentrum HIZ) und mit Sensitivity Reading von Cindy Klink, Deaf Performerin und Schauspielerin.
Bis zu 16 Millionen Menschen in Deutschland hören schlecht, früher oder später kennt fast jede Familie das. In der Kinderliteratur kam es bisher kaum vor: Omas Ohren können nicht hören ist – soweit wir das recherchieren konnten – das erste Bilderbuch, das Schwerhörigkeit bei Großeltern aus Kindersicht erzählt.
Zum Vorlesen ab 5 Jahren. Und zum Verschenken: an Enkelkinder, die wissen wollen, warum Oma dreimal nachfragt. An Großeltern vor der Hörgeräte-Anpassung oder auf dem Weg zum Cochlea-Implantat. An alle Familien, in denen lauter sprechen nichts immer etwas verbessert – aber ein gemeinsames Buch ziemlich viel.